Babywatching – der Babybesuch nach der Geburt

Babywatching
Adrienne und ich im Unispital Basel, 1 Tag nach der Geburt

Alles ist neu, aufregend und … anstrengend. Einige frischgebackene Mamis kämpfen mit Stillen und Milchstau, andere mit dem Babyblues und wieder andere mit einer noch nie da gewesenen Müdigkeit. Viele möchten gerade in der ersten Zeit ankommen. Ankommen in der neuen Welt. Das Neugeborene kennenlernen. …und kuscheln! Gleichzeitig melden sich Verwandte, Bekannte und Kollegen, um dem Baby „Hallo“ zu sagen und das Neugeborene zu bestaunen. Wir nennen es mal liebevoll „Babywatching“.

Es ist schön und natürlich auch nachvollziehbar, dass alle den neuen Erdenbürger möglichst schnell besuchen wollen. Manchmal kann es aber für frisch gebackene Eltern zu viel werden. Gerne möchte ich allen Eltern mit auf dem Weg geben, dass es in erster Linie für euch und euer kleines Baby stimmen muss. Es ist eure Zeit.

Bei mir war das Empfangen von Besuchern anfangs ein richtiger Stress. Klar hätte ich meine Tochter am liebsten der ganzen Welt präsentiert, aber wir hatten noch so mit allerlei Stillproblemen zu kämpfen. Es funktionierte überhaupt nicht und ich, sowie Adrienne, brauchten dazu Stunden. Nach einem ausgiebigen Stillversuch musste ich meine Muttermilch abpumpen und Adrienne dann über den Shoppen geben. Dies dauerte anfangs gut 1,5 Stunden. Kaum waren wir fertig, fing es wieder von vorne an. (Mehr dazu im Artikel „Der kleine Tittenspecht… oder wenn es mit dem Stillen einfach nicht klappen will“). Wie wir damit umgegangen sind, findet ihr hier in unseren Tipps.

12 Tipps an frisch gebackenen Eltern bezüglich „Babywatching“:

  1. Wenn ihr nicht der Typ für Überraschungsbesuche seid, kommuniziert dies. Es gibt immer Leute, die denken, dass eine frischgebackene Mutter die ersten Wochen und Monate mehr als genug Zeit hat. Bittet den Besuch, sich vorher anzumelden. Am einfachsten kann man dies gleich mit der Geburts-SMS oder Geburtskarte machen. Ein einfaches „Bitte meldet euch bei meinem Papi oder meiner Mami, falls ihr mich und meine Eltern besuchen möchtet“ hilft.
  2. Vereinbart mit dem Besuch nicht nur die Zeit, sondern auch eine Besuchsdauer. Das verhindert, dass sich der Besuch zu wohnlich einrichtet und ihr mit Stillen und co. in einen Stress kommt. 
  3. Erwähnt bei der Anmeldung, dass erkältete Personen erst später vorbeikommen sollen. Neugeborene sollten sich erst ausserhalb des Mutterleibes zurechtfinden bevor sie gegen Bakterien und Viren kämpfen müssen. 
  4. Dasselbe gilt für Herpesviren. Diese sind für Neugeborene sehr gefährlich (siehe Artikel „Vorsicht mit Herpes-Viren bei Neugeborenen“).
  5. Das Wochenbett ist nicht für die Bewirtung von Gästen gedacht. Bittet doch euren Besuch, den Kuchen mitzubringen. Die meisten Besucher sind froh, wenn Sie wissen, was sie mitbringen können und ihr müsst lediglich noch Kaffee und Mineralwasser bereitstellen.
  6. Und nein, die Wohnung muss nicht perfekt geputzt sein und die Kuschelhose ist völlig in Ordnung. Wenn nicht im Wochenbett, wann dann? 
  7. Manchmal fragen Besucher nach einem Wunsch für das Neugeborene. Überlegt euch schon im Vorfeld ein paar Kleinigkeiten. Einige Ideen findet ihr im Artikel „10 Geschenkideen zur Geburt“.
  8. Neugeborene sind ja einfach so niedlich, da vergisst man schnell, was sonst zum Alltag gehört. Bittet euren Besuch höflich, zuerst die Hände zu waschen. Das Neugeborene kann auch ein paar Sekunden warten, bevor es geknuddelt wird.
  9. Apropos Knuddeln: Wenn ihr das Baby nicht herumreichen wollt, ist das absolut in Ordnung. Klar, jeder der euch kennt (und nicht kennt) möchte das Baby halten und liebkosen. Wenn ihr das nicht möchtet, dürft ihr dies kommunizieren und die Besucher auf das nächste Mal vertrösten.
  10. Wenn euer kleines Baby auf einem fremden Arm weint, bittet den Besuch, das Neugeborene zurückzugeben. Klar, der Besucher ist vielleicht ein erfahrener Babykenner… doch sagt ihm, dass ihr selber lernen müsst, das Baby zu beruhigen und es kein Wettbewerb ist, wer es besser kann.
  11. Beim Geburtsvorbereitungskurs (siehe Artikel „Lohnt sich ein Geburtsvorbereitungskurs?“) bekamen wir auch den Tipp, das Neugeborene für die Zeit des Besuches zu Pucken. So wird es nicht durch fremde Gerüche irritiert. Das Pucken fanden wir persönlich eine tolle Idee. Leider spielte Adrienne nicht mit, da sie mit den Armen und Beinen möglichst viel Freiheit geniessen wollte.
  12. Wenn das Baby länger schreit oder hungrig ist, dürft ihr den Besuch ohne schlechtes Gewissen bitten, zu gehen. Stillen ist doch etwas sehr intimes. Und gerade in den ersten Wochen, wenn man noch nicht so ein eingespieltes Team ist, stören fremden Stimmen oder gar Zuschauer.
Babywatching
Adrienne und ihr Papi, 3 Wochen nach der Geburt

Ein sehr lesenswerter, amüsanter Artikel für die Besucher findet ihr zudem von der Bloggerin Sarah Pfäffli: „10 Dinge, die man beim Babybesuch lassen soll

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