Die Geburt aus Sicht des Papi’s

Die Geburt aus Sicht des Papi’s
Die Geburt aus Sicht des Papi’s

3:04 Uhr… meine Frau weckte mich mit den Worten: „Du, das Bett ist nass. Ich glaub, die Fruchtblase ist geplatzt.“

Überraschenderweise gab es keine Panik, etwas Nervosität, aber auch Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. Zuerst wollte meine Frau wie jeden Morgen mal Kaffee trinken. Wir genossen es und meinten, dass das wohl der letzte Kaffee zu zweit gewesen sei. Recht sollten wir gehabt haben. 

Nach gemütlichem Frühstück und Kaffee riefen wir im USB an, die uns direkt sehen wollten. Um 8:30 Uhr stiegen wir gemeinsam in das Tram (ja, auch so kommt man zur Geburt). Dort angekommen war klar, dass es soweit war und meine Frau bleiben würde. Ich hingegen ging nachdem klar war, dass noch keine grossen Wehen im CTG zu sehen waren nach Hause, organisierte alles mit dem Arbeitgeber und holte den Koffer. 

Die Zimmer im USB sind für Begleitpersonen karg, ein Stuhl, die Toilette am anderen Ende des Stockwerks. Allerdings ist man so unter Adrenalin und Vorfreude, dass dies wegfällt. 

Wie im Geburtsvorbereitungskurs war das Atmen ganz wichtig bei den richtigen Wehen wie auch einfach das da sein. Man sieht in einer 22 stündigen Geburt sehr viel. Schlaf fand ich keinen, hingegen meine Frau konnte einige Stunden schlafen, was sehr schön war. Ich versuchte mit dem Stuhl zurecht zu kommen, wie auch meine Energie und die Snacks gut einzuteilen, die wir dabei hatten. Ein Gefühl sagte mir, es sollte noch was übrig bleiben für danach, ich sollte recht behalten. 

Gemeinsam plauderten wir noch, malten uns die Zukunft aus und erwarteten die nächste Wehe. Man fiebert ja durchaus mit. Frühstück bekam ich keines, konnte aber etwas bei meiner Frau mitessen. Kaffee war genug da, und ehrlicherweise hatte ich in dieser Situation weder Hunger noch Durst.

Dann plötzlich – ja auch nach der Zeit kommt der Moment plötzlich – es geht los. Hebammen und Frauenärztin sind parat. Man versucht das WC zu timen, denn dorthin benötigt man etwa 10 Minuten (ja, es war das nächste). Man vergisst die Anstrengung, die Rückenschmerzen, den Hunger wie auch die gesamte Situation. Vor allem vergisst man auch den Stuhl, auf dem man nun so viele Stunden in entsprechender Haltung verbracht hat. Spannend, dass es von diesen auch mehrere im USB gab und über die gesamte Abteilung verteilt waren.

Und dann war sie da, es wurde gepresst, geatmet und gemacht. Abnabelung ist Vateraufgabe. Eine rosa Schere kam in die Hand, ich weiss nicht genau woher und von wem, ein Schnitt und es ist vollbracht.

Auf einmal schaut ein kleines neues Menschlein durch den Kreisssaal. Der Schrei liess auf sich warten, aber die Augen waren rasch offen. 

Dann nach der grossen Action bekamen wir vom Team etwas Ruhe und konnten uns als Familie geniessen. Einer der schönsten Momente meines Lebens. 

Dann das Fiasko auf der Mutter-Kind Abteilung, aber am Ende ein neues Leben nach 3 Tagen mit den 2 Frauen zu Hause. Ein neues Leben hat begonnen und 2 Leben wurden auf den Kopf gestellt.

Hier geht es zum Geburtsbericht aus Sicht der Mami: „Die Geburt – wie unsere Tochter das Licht der Welt erblickte

Im Bild 1 zu sehen: @Universitätsspital Basel, Frauenklinik [Werbung durch Zeigen der Marke] , im Bild 2 zu sehen: @BLT Tram Nr. 11 [Werbung durch Zeigen der Marke], im Bild 3 zu sehen: Stuhl @Universitätsspital Basel, Frauenklinik [Werbung durch Zeigen der Marke]

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