Die Geburt – wie unsere Tochter das Licht der Welt erblickte

Die Geburt - Wie unsere Tochter das Licht der Welt erblickte
Die Geburt – Wie unsere Tochter das Licht der Welt erblickte

Kurz vor 3:00 Uhr in der früh erwachte ich. Bin ich inkontinent? Irgendwie war alles feucht. Ich ging zur Toilette. Blasensprung vermutete ich und weckte meinen Mann. 

Die nächsten paar Stunden verbrachten wir mit… 

einem gemütlichen Morgenkaffe und (tatsächlich) Vorfreude auf die uns bevorstehende Geburt. Obwohl ich eigentlich ein sehr strukturierter Mensch bin, habe ich mich voll und ganz auf die Geburt eingelassen. Wir haben uns zwar im Vorfeld über alle Möglichkeiten und Eventualitäten rund um die Geburt informiert, überliessen aber alles dem Moment. Schliesslich ist eine Geburt eines der letzten unplanbaren Abenteuer dieser Welt. 

Auf ins Spital

Gegen 08:30 Uhr riefen wir im Unispital Basel an um uns anzumelden. Etwas erstaunt, dass wir so lange mit dem Anruf warten konnten, baten sie uns, gleich zu kommen. Genau im richtigen Moment, wie sich herausstellte. Wären wir früher ins USB gefahren, hätte man uns wahrscheinlich wieder nach Hause geschickt. So durfte ich in einem Zimmer auf der Schwangerschaftsabteilung auf das Einsetzen der Wehen warten. 24 Stunden gibt das USB dem natürlichen Verlauf Zeit, bevor die Wehen künstlich mit einem Wehenmittel (Oxytocin) eingeleitet werden. Ich hatte Glück. Genau 10 Stunden nach dem Blasensprung setzen bei mir die Wehen ein. 

Da ich noch ganze 2,5 Wochen vor dem geplanten Entbindungstermin war und unsere Kleine bis dahin noch keine Anstalt gemacht hatte, sich zu senken, hatte sie – und ich – noch einen weiten Weg vor uns. 

Mein Mann und ich waren richtig nervös, war es doch für uns beide die erste Geburt. Wir verbrachten die Zeit mit plaudern, auf dem Klinikgelände spazieren gehen und dem Suchen von bequemen Positionen um die, immer regelmässiger auftretenden Wehen zu veratmen. 

Schmerzmittel & PDA

Gegen Mitternacht – ich war doch schon über 21 Stunden wach und ziemlich erschöpft – nahm ich dann doch dankend ein Schmerzmittel an. Eigentlich war ich der Meinung, dass die Schmerzen gerade noch so auszuhalten waren, aber ich wusste, dass die Geburt noch eine Weile dauern würde und dass ich meine Kräfte noch brauchen würde. Dank dem Schmerzmittel konnte ich tatsächlich etwa drei Stunden schlafen. Und diese drei Stunden haben sich gelohnt. Unsere Tochter senkte sich während des Schlafes fast vollständig, ohne dass ich davon etwas mitbekommen habe.

Leider liess die Wirkung des Schmerzmittels viel zu schnell nach und ich kämpfte mich weiter durch die Nacht. Zum Glück war mein Mann in jeder Minute bei mir. Allein seine Anwesenheit gab mir ein unbeschreibliches Gefühl der Sicherheit. 

Gegen fünf Uhr in der Früh wurde mir alles zu viel. Von einem Moment auf den anderen. Können diese Schmerzen noch schlimmer werden? Ich wollte nicht mehr. Konnte nicht mehr. Schon im Vorfeld habe ich beschlossen, in einem solchen Moment auf eine PDA zurückzugreifen. Wir leben in einer Zeit, in der wir solch grossartigen Möglichkeiten haben und ich sehe es nicht als Versagen, dies auch in Anspruch zu nehmen. Ganz im Gegenteil. Ich war noch genug weit von den Presswehen entfernt. Das heisst, dass a) die PDA noch gelegt werden konnte und b) ich noch so einiges an Kräften brauchen würde. Für die PDA wurde ich dann auch in den Gebärsaal verlegt. Der Anästhesist verstand sein Handwerk. Die PDA wurde während einer Wehe gelegt. Ich spürte nichts und alles funktionierte einwandfrei. 

Die Schmerzen fühlten sich nun dumpfer an, wie weiter entfernt. Es war wieder auszuhalten. Das Warten aber ging weiter. Ich bin so gar kein geduldiger Mensch und irgendwann hatte ich wirklich keine Lust mehr.

Endspurt

Eine gefühlte Ewigkeit später durfte ich dann endlich zu Pressen beginnen. Neben meinem Mann begleitete mich noch eine Frauenärztin und eine Hebamme. Die Frauenärztin überwachte vorwiegend meine Werte und die des Kindes, während die Hebamme unserer Kleinen half, auf die Welt zu kommen. Obwohl ich mich völlig im Bann des Atmens und Pressens befand, war ich von der Geburt höchst fasziniert. Hochachtung vor dem Hebammenhandwerk.

Um 11:40 Uhr war es endlich soweit und unsere Tochter erblickte das Licht der Welt. Dieser Augenblick war einfach unbeschreiblich… mehr dazu könnt ihr gerne hier nachlesen: „Endlich! Herzlich willkommen Adrienne„.  

Insgesamt dauerte die Geburt, nach Einsetzen der Wehen 22 Stunden. Die Austreibungsphase 1,5 Stunden. Obwohl die Geburt lange dauerte und ich zwischendurch wirklich verzweifelte, muss ich sagen, ja, es stimmt, die Erinnerungen an die Wehen verblassen… zumindest bei den Frauen.  

Die Geburt im Unispital Basel

Die Geburt im Unispital Basel verlief genau so, wie ich es mir gewünscht habe. Zum einen, weil die Geburt komplikationslos verlief und zum anderen, weil sie ein richtig gutes Team von Mitarbeitern vor Ort haben. Dadurch, dass ich insgesamt 28 Stunden auf der Schwangerschaftsabteilung und im Gebärsaal verbrachte, habe ich mehrere Hebammen kennengelernt. Alle waren super. Das, bei vielen Schwangeren heikle Thema „Medikation“ gingen sie sehr professionell an. Sie informierten und liessen die Entscheidung vollumfänglich bei mir.

Während andere Kliniken grosse Betten im Gebärsaal haben sowie zusätzlich bequeme Stühle für den Partner, ist das USB nicht darauf ausgerichtet, es der Begleitperson gemütlich zu machen – was bei einer längeren Geburt sehr anstrengend werden kann. In den Zimmern gibt es lediglich einen einfachen Stuhl, ohne Armlehne und die Männertoilette ist meilenweit entfernt.

Wir können aber die Geburtsabteilung des USB sehr empfehlen. Ich fühlte mich aufgehoben und während der Geburt gut begleitet. Eine zusätzliche Sicherheit gibt natürlich auch noch die Neonatologie, welche direkt an die Geburtsabteilung angrenzt.

So gut die Geburtsabteilung auch ist, wo man mich nicht mehr antreffen wird, ist die Mutter-Kind-Station des USB.

Hier geht es zum Geburtsbericht aus Sicht des Papi: „Die Geburt aus Sicht des Papi’s

Im Bild 1-3 zu sehen: @Universitätsspital Basel, Frauenklinik [Werbung durch Zeigen der Marke]

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