Impfungen während der Schwangerschaft:

Keuchhustenimpfung & Röteln

Impfungen während der Schwangerschaft
Impfungen während der Schwangerschaft

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, sich in der Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Die Impfung der werdenden Mutter und anderen nahestehenden Personen ist der einzige Schutz, den man in den ersten Monaten dem Neugeborenen geben kann. 

Nicht jeder Frauenarzt spricht mit der schwangere Patientin über Keuchhusten, weshalb ich diesem Thema ein paar Zeilen widmen möchte.

Und da wir bereits beim Thema Impfen sind, folgt ebenfalls ein kleiner Abschnitt über Röteln, eine Infektionskrankheit, welche in der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen haben kann.

Keuchhusten

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten (Pertussis) ist eine bakterielle Tröpfcheninfektion und sehr ansteckend. Wie der Name schon sagt, löst er heftige Hustenanfälle aus, die bis zu schweren Erstickungsanfällen führen können. Bei Neugeborenen treten dabei auch lebensbedrohliche Atempausen auf, wobei ein akuter Sauerstoffmangel im Gehirn entstehen kann. 

Wer sollte sich impfen lassen?

Da sich die meisten Babys innerhalb der Familie mit Keuchhusten anstecken, ist es sinnvoll, dass sich nicht nur schwangere Frauen gegen Keuchhusten impfen lassen, sondern auch der werdende Papa, Geschwister und die nächsten Angehörigen. Die Impfung wird bei jeder Schwangerschaft empfohlen, unabhängig wie lange die letzte Impfung zurückliegt. Da es keinen „Nestschutz“ für Säuglinge gibt, ist dies die einzige Möglichkeit, das Neugeborene gegen Keuchhusten zu schützen. 

Der beste Zeitpunkt für die Impfung ist im zweiten Trimester.

Für die Neugeborenen sieht der Impfplan drei Dosen gegen Keuchhusten vor, jeweils im 2, 4 und 12 Lebensmonat, wobei der Schutz erst nach der 2. Dosis gewährleistet ist, also wenn das Neugeborene 4-5 Monate alt ist. Die schwereren Krankheitsverläufe treten jedoch leider meist in den ersten drei Lebensmonaten auf.

Der Impfstoff

Keuchhusten kann als Bestandteil einer sechsfach Impfung in einer einzigen Spritze verabreicht werden. Enthalten sind dabei die Schutzimpfung gegen Pertussis (Keuchhusten), Diphtherie, Tetanus (Starrkrampf), Haemophilus Influenza (Hirnhautentzündung) und Kinderlähmung (Polio).

Die Kombinationsimpfung wird von der obligatorischen Grundversicherung übernommen.

Röteln

Was sind Röteln?

Röteln ist eine virale Infektion, dessen Übertragung ebenfalls durch Tröpfchen erfolgt. Im Normalfall ist die Erkrankung harmlos. Gut die Hälfte der infizierten Personen bemerken die Erkrankung nicht. Die Anzeichen sind leichtes Fieber und ein Hautausschlag mit kleinen roten Flecken. 

In der Schwangerschaft kann eine Rötelninfektion jedoch schwerwiegende Folgen für das Ungeborene haben, vor allem im ersten Trimester. Es kann zu Missbildungen des Fötus am Herzen oder im Gehirn führen sowie zu Taubheit oder Blindheit. 

Wer sollte sich impfen lassen?

Da die Gefahr für das Ungeborene im ersten Trimester am grössten ist, sollten sich alle Frauen im gebärfähigen Alter gegen Röteln impfen lassen. 

Während der Schwangerschaft rät das BAG von einer Impfung ab1, da der MMR- Impfstoff lebende Viren enthält. Nicht geimpfte schwangere Frauen sollten jeglichen Kontakt mit infizierten Personen meiden und die Impfung direkt nach der Geburt nachholen.

Babys können die erste Dosis des MMR- Impfstoffes mit 9 Monaten erhalten, die zweite Dosis im Alter von 12 Monaten.

Der Impfstoff

Röteln wird als Kombinationsimpfung MMR angeboten und wirkt gegen Masern, Mumpf und Röteln. Der Impfstoff besteht aus abgeschwächten Lebendviren.

Die Mehrfachimpfung wird von der obligatorischen Grundversicherung übernommen.

1BAG, März 2019 = https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/publikationen/broschueren/publikationen-uebertragbare-krankheiten/masern-mumps-roeteln.html

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