Vorgeburtliche Anmeldung bei der Krankenkasse

Vor der Geburt stellt sich bei vielen werdenden Eltern die Frage, wie der Versicherungsschutz während und nach der Geburt beim Neugeborenen aussieht. Wir haben uns im zweiten Trimester intensiv damit auseinander gesetzt und für euch die wichtigsten Punkte zusammengetragen:

Versicherungsschutz über die Mutter

Das Neugeborene ist während der Geburt über die Grundversicherung der Mutter mitversichert. Die Grundversicherung der Mutter übernimmt die Geburtskosten auf der allgemeinen Abteilung vollumfänglich, ohne Selbstbehalt und Franchise. Des weiteren bezahlt die Grundversicherung der Mutter auch drei Stillberatungen sowie die nachbetreuende Hebamme. Dies umfasst max. 10 Hausbesuche in den ersten 56 Tagen nach der Geburt für die Pflege und Kontrolle des Gesundheitszustandes der Mutter sowie des Neugeborenen.

Ist die Mutter Privat oder Halbprivat versichert, empfiehlt es sich, vor der Geburt, mit der Krankenkasse der Mutter sowie deren des Kindes abzuklären, auf welcher Mutter-Kind-Abteilung sie nach der Geburt mit ihrem Neugeborenen liegen kann. Da das Neugeborene nur allgemein versichert ist, stellt sich die Frage, wer die Kosten in der privaten oder halbprivaten Abteilung für das Neugeborene übernimmt.

Das Neugeborene selbst muss spätestens drei Monate nach der Geburt bei einer Krankenkasse gegen Krankheit und Unfall versichert sein. 

Vorgeburtliche Anmeldung bei der Krankenkasse

Mit einer vorgeburtlichen Anmeldung geniesst das Baby vom ersten Atemzug an einen kompletten Versicherungsschutz. Die vorgeburtliche Anmeldung lohnt sich vor allem, wenn man für das Neugeborene eine Zusatzversicherung abschliessen möchte.

Grundversicherung

Für Kinder gibt es in der Grundversicherung – nach Wunsch – keine Franchise. Dies macht in unseren Augen Sinn, da das Baby gerade in den ersten Jahren relativ viele Vorsorgeuntersuchungen hat. Ohne Franchise bezahlt man lediglich die 10 Prozent Selbstbehalt bis max. CHF 350 pro Jahr. 

Zusatzversicherung

Möchte man für das Neugeborene eine Zusatzversicherung abschliessen, macht es Sinn, dies vor der Geburt zu veranlassen. Falls das Kind nicht völlig gesund zur Welt kommen sollte, kann eine nachträgliche Beantragung der Zusatzversicherung schwierig sein. Vor der Geburt wird das Ungeborene vorbehaltlos in die Zusatzversicherungen aufgenommen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich vor der Geburt Gedanken darüber zu machen.

Bei den Zahnversicherungen sollte man darauf achten, dass nicht nur Zahnpflegeleistungen übernommen werden, sondern auch die – viel teureren – Zahnstellungskorrekturen. Bei vielen Krankenkassen kann man die Zahnversicherung auch bis zum 5. Lebensjahr ohne Risikoprüfung, also ohne zahnärztliches Attest abschliessen. Oftmals besteht jedoch nach Abschluss der Zahnversicherung eine Karenzfrist von 6 bis 12 Monaten. Es lohnt sich, dies vorab bei der jeweiligen Krankenkasse abzuklären.

Halb- oder Privatversicherung

Eine Halbprivat- oder Privatversicherung kann erst nach der Geburt abgeschlossen werden. Dafür muss für die Krankenkasse ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden. Solange keine grösseren Erkrankungen vorliegen, ist es kein Problem, die Halbprivat- oder Privatversicherung nachträglich abzuschliessen. Ein verlängerter Spitalaufenthalt aufgrund von Gelbfieber führt zum Beispiel nicht zu einem Ausschluss, da davon leider viele Neugeborene betroffen sind.

Im Bild 1 zu sehen: Med. Buch @Gray’s Anatomy [Werbung durch Zeigen der Marke #selbstgekauft] / Im Bild 2 zu sehen: Unterlagen der @Concordia Versicherung [Werbung durch Zeigen der Marke #selbstgekauft]

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